Bickell, Gustav - Ps. 40 (39)

Gehorsam und Dankbarkeit dem Herrn lieber als Opfer.

Ich harrte auf Jehova,
Und fand Ihn gnädig;
„Mein Gott“ rief ich in Drangsal,
Und ward erhöret.

Er zog aus Unheilsgrube,
Aus Schlammespfuhl mich;
Ließ meine Schritte fest sein,
Auf Fels mich stellend.

Er lehrte neues Lied mich,
Preis unserm Gotte.
Es schauen's Viele, fürchten,
Vertrau'n dem Herren.

Dem Manne Heil, des Zuflucht
Der Herr allein ist,
Der nicht auf Trotz'ge hinschaut,
Auf Abgefall'ne!

Du tatest viele Wunder
für uns, Jehova,
Ersannest Heilsgedanken,
Gott, unvergleichlich!

Du willst nicht Opfergaben,
Nur offne Ohren.
Du magst nicht Sühnungsopfer.
Drum sieh, hier bin ich!

Zu tun nach Deinem Willen,
Schreibt Dein Gesetz vor.
Daran, mein Gott, hab' Lust ich
Von Grund des Herzens.

Du weist es, o Jehova:
Nicht hehlt' Dein Heil ich;
Mein Herz dankt Deiner Treue,
Rühmt Deine Hilfe.

Nicht hemmt' ich meine Lippen,
Pries, dass gerecht Du,
Verbarg nicht Deine Gnade
Und Treu' der Volksschar.

Drum wirst auch Du nicht hemmen
Mir Dein Erbarmen,
Durch Deine Gnad' und Treue
Mich stets behüten!

Um diesen Psalm mit dem Folgenden zu verbinden, wurden später zwei Strophen zwischeneingeschoben:

Denn mich umringten Leiden,
Die nicht zu zählen.
Wollt ich sie schildern, nennen,
Es wär' unmöglich.

Mich fassten meine Sünden;
Nicht konnt' ich sehen.
Mehr sind's als meiner Haare;
Mein Herz verließ mich.